2009–09 In Deutschland werden jährlich etwa 250.000 Tonnen Chlor über die Schiene transportiert. Trotz hoher Sicherheitsstandards, die für den Transport der Chemikalie bereits heute gelten, bleibt ein Restrisiko, wenn es zu einem Zugunglück kommt. Dann müssen die Kesselwagen gegebenenfalls schnell restlos entleert werden. Die Firma Akzo Nobel Industrial Chemicals GmbH in Ibbenbüren hat sich daher entschlossen in ein neuartiges mobiles Notfallaggregat für Chlorgasunfälle zu investieren und dieses im Rahmen des Transport-Unfall-Informations-Systems (TUIS) Behörden, Feuerwehren, Polizei und anderen Einsatzkräften zur Verfügung zu stellen.

Geplant und gebaut wird die neun Tonnen schwere Anlage von der Ettlinger Ingenieurfirma GEA Wiegand GmbH, einem Unternehmen der weltweit operierenden GEA Group AG.

Die Anlage wird in genormten Containern untergebracht werden, deren Transport an den Ort der Havarie über Straße, Schiene und eventuell Luft möglich ist. Vor Ort soll die Anlage dann binnen kürzester Zeit einsatzbereit sein und im Vergleich zu bisherigen Anlagen mit einem zehnfach höheren Durchsatz arbeiten. Denn Schnelligkeit ist im Falle einer Havarie mit Chlor von entscheidender Bedeutung.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stellt einen sechsstelligen Euro Betrag aus dem Umweltinnovationsprogramm für dieses Pilotprojekt der Akzo Nobel Industrial Chemicals GmbH zur Verfügung. "Mit der neuartigen Anlage wird die Sicherheit beim Transport von Chlor wesentlich verbessert. Das dient dem Schutz der Umwelt, vor allem aber dem Schutz der Menschen", sagte Gabriel.

Das Unternehmen GEA Wiegand arbeitet bereits an weiteren Projekten um mit diesem neuartigen System auch andere Schadgase sicher und umweltfreundlich zu entsorgen.

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