Professor Dr. Schaber
Professor Dr. Schaber

Herr Professor Dr. Schaber, Sie leiten das Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik an der Universität Karlsruhe. Was sind die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit?

Die Forschungstätigkeit des Instituts gliedert sich in die drei Bereiche Thermodynamik disperser Systeme, Stoffdaten und Prozesse.

Ein deutlicher Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt im Bereich der dispersen Systeme. Hierzu gehören die Nebelbildung in technischen Prozessen und die gezielte Erzeugung organischer und anorganischer Nanopartikel durch spontane Phasenübergänge in der Gasphase und der Übergang vom Aerosol zur Nanosuspension.

Thermodynamische Stoffdaten umfassen u. a. Phasengleichgewichte von Systemen mit überkritischen Komponenten bei hohen Drücken sowie von Systemen mit ionischen Flüssigkeiten und Kältemitteln.

Im Bereich der Prozesse untersuchen wir Kreisläufe für die Kälte- und Kryotechnik, Absorptionskältemaschinen und spezielle Hybridprozesse mit Pervaporationsstufen.

Wie wirkt sich der Zusammenschluss der Universität Karlsruhe mit dem Kernforschungszentrum Karlsruhe aus?

Der Zusammenschluss zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eröffnet vielfältige Möglichkeiten, bestehende Kooperationen zu vertiefen und zu institutionalisieren sowie interessante neue Kooperationsfelder innerhalb des KIT zu erschließen.

Nicht zu unterschätzen ist die positive Außenwirkung, die ein solcher Zusammenschluss mit sich bringt. Im KIT konzentriert sich viel Kompetenz, beispielsweise im wissenschaftspolitisch und gesellschaftlich wichtigen Energiesektor. Dadurch eröffnen sich neue Perspektiven im nationalen und internationalen Umfeld, beispielsweise bei der Definition und der Akquisition von größeren Projekten.

Vor Ihrer Hochschultätigkeit haben Sie mehrere Jahre für die Firma GEA Wiegand als Leiter der Abteilung Neue Technologien gearbeitet. Wie würden Sie diese Zeit rückwirkend beurteilen und wie schätzen Sie heute die Innovationsfähigkeit der Firma GEA Wiegand ein?

In meinen 8 Jahren bei der Firma GEA Wiegand habe ich von F&E, über die Projektierung bis zur Inbetriebnahme von Anlagen ein breites Spektrum an Tätigkeiten ausgeübt und dabei viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, von denen ich bis heute profitiere.

Mit meinem industriellen Erfahrungshorizont fällt es mir beispielsweise leichter, die praktische Relevanz der nicht immer beliebten, weil abstrakten und stark grundlagenorientierten Thermodynamik authentisch zu vermitteln und die Studierenden mit Beispielen aus der Praxis entsprechend zu motivieren.

Mein langjähriges Hauptforschungsgebiet, die Thermodynamik disperser Systeme, geht letztendlich auf meine Tätigkeit bei GEA Wiegand zurück, wo ich mich intensiv mit der Aerosolbildung in Gasreinigungsprozessen beschäftigt habe.

GEA Wiegand besitzt zweifelsfrei eine hervorragende Expertise auf allen Gebieten seiner Produktpalette und hat es immer wieder verstanden, auf dieser Basis und auch durch Kundennähe überzeugende und zukunftsfähige Problemlösungen zu entwickeln.

Die Präsentation auf der letzten ACHEMA war beeindruckend und hat ein überzeugendes Bild der Innovationsfähigkeit vermittelt.