Das Abwasser aus der Olivenölherstellung - im Spanischen Alpechin genannt- ist ein mit organischen Stoffen hoch belastetes Abwasser. In den meisten Fällen wird es in Verdunstungsteichen gesammelt oder teilweise direkt in den Vorfluter eingeleitet. Hierdurch entstehen Geruchsprobleme sowie eine dunkle, fast schwarze Verfärbung der Gewässer.
Eine weiteres Problem ist eine mögliche Verschmutzung des Grundwassers.
Die Behandlung in Kläranlagen sowie die Berieselung von Feldern wird durch die toxische Wirkung der im Abwasser enthaltenen Polyphenole erschwert.
Eine umweltgerechte Lösung erfolgt in einer Anlage, welche sowohl die festen als auch die flüssigen Reste aus der Olivenölherstellung behandelt.
Der hohe Energiegehalt der festen Reste wird zur Erzeugung von elektrischer Energie genutzt.
Sie werden nach einer Entwässerung und Trocknung verbrannt. Der im Boiler erzeugte Dampf betreibt eine Turbine. Der mittels eines Generators erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist.
Ein Teil des Turbinenabdampfs mit einem Druck von etwa 0,16 bar dient als Heizmedium einer Eindampfanlage.
In der Eindampfanlage wird das Abwasser von 5% auf 50 % TS aufkonzentriert.
Das Konzentrat kann als Düngemittel verwendet werden oder nach einer weiteren Erhöhung der Trockensubstanz auf etwa 65-70 % TS ebenfalls verbrannt werden.
Das verdampfte Wasser wird kondensiert und kann als Brauchwasser genutzt werden. Der kondensierte Turbinenabdampf wird zum Boiler geführt.
Die Eindampfanlage besteht im Wesentlichen aus einem Fallstromverdampfer und einen Zwangsumlaufverdampfer als Hochkonzentrator.
Die Wahl der Verdampferbauweise ist auf die produktspezifischen Eigenschaften zugeschnitten, die Auslegung der Eindampfanlage basiert auf Eindampfversuchen, welche wir mit dem Originalabwasser in unserem Technikum durchgeführt haben.