November 2003 – Drei Nächte voller Aufregung und dann hatte der 70 m lange und 156 to schwere Transportzug seinen Bestimmungsort Zörbig in Sachsen-Anhalt erreicht. Auf dem Transport eine 35 m lange ,70 to schwere Destillationskolonne mit einem Durchmesser von 4600 mm, die das Herzstück einer neuartigen Bioethanolanlage bildet. GEA Wiegand (Ettlingen) hat die Anlage in nur 7 Monaten geplant, berechnet und im Werk Beckum/Westfalen fertig gestellt.
Die Anlage wird mit modernster Destillationstechnik Bioethanol produzieren. Mit ihr kann aus stärkehaltigen Rohstoffen der so genannte Power-Alkohol hergestellt werden. Als Zusatzstoff für Benzin leistet dieser einen wichtigen Beitrag zur Einsparung fossiler Brennstoffe. Mit dem neuen Verfahren produziert die Anlage rund 330.000 Liter Bioethanol pro Tag. Mit diesem Großauftrag hat das Ingenieurunternehmenen eine der größten Anlagen zur Ethanol-Herstellung realisiert.

Die Destillationsanlage besteht aus zweiflutigen Siebbodenkolonnen mit nachgeschaltetem Molekularsieb.. Der Energieverbrauch bei der Herstellung des Alkohols liegt extrem niedrig: Dank hochintegrierter Wärmekopplung wird der Energiebedarf gegenüber konventionellen Anlagen um ein Mehrfaches gesenkt.
Als Zusatzstoff für Benzin stellt Power-Alkohol eine der wichtigsten Grundstoffe zur Nutzung alternativer Energien dar und vermindert den Kohlendioxid- und Kohlenmonoxid-Ausstoß. Zudem werden Agrarüberschüsse, Weizenüberproduktionen, sinnvoll genutzt. Eine weitere Gebrauchsmöglichkeit des Bioethanols ist die Gewinnung des ETBE (Ethyl-tertiär-Butylether), das anstelle des krebserregenden MTBE (Methyl-tertiär-Butylether) dem Benzin zur Stabilisierung der Klopffestigkeit zugegeben werden kann.