Deutsches Entsorgungsunternehmen und GEA Wiegand entwickeln Alternativlösung


Jedes Jahr fallen in Deutschland rund 700.000 Tonnen Kühlschmieremulsionen an, die zum Teil per Säure- und Salzspaltung entsorgt wurden. Diese jedoch, so steht es in technischen Arbeitspapieren des Umweltbundesamtes, entspricht unter anderem wegen des hohen Chemikalienverbrauches, der Erzeugung großer Mengen organisch belasteter Schlämme und der Aufsalzung der Wasserphase nicht mehr dem Stand der Technik. Deshalb hat ein großes deutsches Entsorgungsunternehmen eine neuartige Eindampfanlage errichtet.

Ölhaltige Schlämme haben künftig nichts mehr auf Deponien zu suchen. Deshalb suchte ein großes deutsches Entsorgungsunternehmen nach einer Alternativlösung. Die Idee war, eine Lösung zu finden, die eine problemlose und umweltgerechte Verwertung des rund 95prozentigen Wasseranteils zuließ.

Einen interessierten Partner fand man in dem Ingenieurunternehmen GEA Wiegand, das bereits über Erfahrung bei der Abwicklung dieser Projekte in dem Marktsegment Entsorgungswirtschaft verfügte.

Das Projekt begann mit der Errichtung einer Versuchsanlage, da es nicht möglich war, die Zusammensetzung der öl- und fetthaltigen Abwässer präzise zu definieren. Die Abwässer übernimmt das Entsorgungsunternehmen von Metallverarbeitern, Nahrungsmittelherstellern, Tankstellen, Autowaschanlagen und anderen Entsorgungsunternehmen, um nur einige Beispiele zu nennen. Gleichzeitig war auch noch der Einstieg in neue Marktsegmente angepeilt, was für GEA Wiegand die Lösung der Aufgabe noch schwerer machte.

Diese fanden die Projektpartner in einer zweistufigen Fallstrom-Zwangsumlauf-Eindampfanlage mit mechanischer Brüdenverdichtung und einer vorgeschalteten Rektifikationskolonne. Diese ist so flexibel, dass sie Abwässer mit stets wechselnden Anteilen an Salzen, Ölen, Tensiden, Schlämmen, Organika und Lösemitteln verarbeiten kann.

Zunächst werden dabei dem Abwasser die leichterflüchtigen Lösemittel- und Ammoniumanteile entzogen. Anschließend wird es in einen Fallstromverdampfer und einem nachgeschalteten Zwangsumlaufverdampfer von rund 0,7 auf bis zu 60 Prozent Trockensubstanz konzentriert. Das Brüdenkondensat aus dem Fallstromverdampfer wird per Direkteinleitung an die benachbarte Kläranlage abgegeben.

Durch den Einsatz eines Hochdruckventilators zur mechanischen Brüdenverdichtung und die geschickte wärmetechnische Koppelung des Zwangsumlaufverdampfers mit der Rektifikationskolonne wird ein äußerst niedriger Energieverbrauch erreicht. Die Wärmeenergie der Kolonnenbrüden wird dabei zur Vorwärmung einer Emulsion aus einem benachbarten Prozess genutzt.
Nach der Inbetriebnahme im Jahre 1997 ist die Anlage jetzt bereits über ein Jahr erfolgreich in Betrieb.

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